Kann man in der Probezeit den Job wechseln?
Ein neuer Job, der nicht so ist wie erwartet. Oder ein besseres Angebot, das plötzlich auf dem Tisch liegt. Beides passiert häufiger, als man denkt. Die gute Nachricht: Wer in der Probezeit den Job wechseln möchte, hat dafür gute rechtliche Möglichkeiten. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um das Thema Probezeit: Job wechseln und zeigen Ihnen, worauf Sie achten sollten.
Ob Sie selbst kündigen oder eine Kündigung vom Arbeitgeber erhalten haben: Die Probezeit ist ein besonderer Zeitraum im Arbeitsverhältnis, der für beide Seiten mehr Flexibilität bietet als die reguläre Beschäftigungszeit. Was das konkret bedeutet und wie Sie am besten damit umgehen, erfahren Sie hier.
Kann man in der Probezeit überhaupt kündigen?
Ja, eine Kündigung in der Probezeit ist für Arbeitnehmer und Arbeitgeber jederzeit möglich. Das Kündigungsschutzgesetz greift in der Probezeit noch nicht, was bedeutet, dass beide Seiten das Arbeitsverhältnis mit kürzerer Frist und ohne besondere Begründung beenden können. Ein Jobwechsel in der Probezeit ist also rechtlich problemlos möglich.
Das klingt zunächst vielleicht beunruhigend, ist für Arbeitnehmer aber eigentlich ein Vorteil. Wenn der neue Job nicht passt, sei es wegen der Unternehmenskultur, der Aufgaben oder des Teams, müssen Sie nicht lange warten, um die Reißleine zu ziehen. Sie können das Arbeitsverhältnis zügig und unkompliziert beenden, ohne lange Fristen einhalten zu müssen.
Wie lange dauert die Probezeit in Deutschland?
Die gesetzlich zulässige Probezeit in Deutschland beträgt maximal sechs Monate. In den meisten Arbeitsverträgen wird eine Probezeit von drei bis sechs Monaten vereinbart. Eine kürzere Probezeit ist natürlich möglich, eine längere hingegen ist rechtlich nicht wirksam, auch wenn sie so im Vertrag steht.
Schauen Sie daher unbedingt in Ihren Arbeitsvertrag, um die genaue Dauer Ihrer Probezeit zu kennen. Manche Verträge sehen auch gar keine Probezeit vor. In diesem Fall gelten von Beginn an die regulären Kündigungsfristen und der volle Kündigungsschutz nach Ablauf der gesetzlichen Wartezeit von sechs Monaten.
Welche Kündigungsfristen gelten in der Probezeit?
Während der Probezeit gilt laut Bürgerlichem Gesetzbuch eine gesetzliche Kündigungsfrist von zwei Wochen, und zwar zu jedem beliebigen Datum, nicht nur zum Monatsende. Diese kurze Frist gilt für beide Seiten gleichermaßen, sofern im Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag nichts anderes vereinbart wurde.
Prüfen Sie Ihren Vertrag genau: Manchmal sind dort auch für die Probezeit längere Fristen festgelegt. Solche vertraglichen Regelungen sind grundsätzlich zulässig, solange sie nicht einseitig nur den Arbeitnehmer benachteiligen. Im Zweifel lohnt sich ein kurzer Blick in den Tarifvertrag, falls Ihr Unternehmen tarifgebunden ist, denn dort können abweichende Fristen geregelt sein.
Wann lohnt sich ein Jobwechsel in der Probezeit?
Ein Jobwechsel in der Probezeit lohnt sich immer dann, wenn grundlegende Erwartungen nicht erfüllt werden und sich das auch langfristig nicht ändern wird. Das können inhaltliche Unstimmigkeiten sein, eine schlechte Unternehmenskultur, fehlende Entwicklungsperspektiven oder schlicht ein besseres Angebot eines anderen Arbeitgebers.
Bevor Sie die Entscheidung treffen, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:
- Handelt es sich um ein temporäres Problem, das sich noch einpendeln kann, oder um ein strukturelles?
- Haben Sie das Gespräch mit Ihrer Führungskraft gesucht und Ihre Bedenken geäußert?
- Entspricht die Stelle wirklich nicht Ihren langfristigen Karrierezielen?
- Haben Sie ein konkretes alternatives Angebot, das deutlich besser zu Ihnen passt?
Wenn Sie diese Fragen ehrlich beantworten und die Antworten für einen Wechsel sprechen, ist ein neuer Job in der Probezeit keine voreilige Entscheidung, sondern eine kluge. Aus Pflichtgefühl im falschen Job zu verharren, kostet Sie am Ende mehr: Zeit, Energie und Entwicklungschancen.
Wie erklärt man einen Jobwechsel in der Probezeit im Lebenslauf?
Eine Probezeit im Lebenslauf muss nicht versteckt werden, aber sie sollte richtig eingeordnet werden. Tragen Sie die Stelle mit korrekten Daten ein und benennen Sie sie sachlich. Kurze Stationen sind heute keine Seltenheit mehr und werden von vielen Personalverantwortlichen differenziert bewertet.
Was tun, wenn die Stelle sehr kurz war?
Wenn die Stelle nur wenige Wochen gedauert hat, fragen Sie sich, ob Sie sie überhaupt eintragen müssen. Bei einem Arbeitsverhältnis von unter einem Monat kann es je nach Branche vertretbar sein, es wegzulassen. Bei längeren Probezeiten sollten Sie die Station aber transparent angeben, denn Lücken oder fehlende Monate fallen Recruitern auf und werfen mehr Fragen auf als eine kurze Station.
Wie erkläre ich es im Vorstellungsgespräch?
Bereiten Sie eine kurze, ehrliche Erklärung vor. Vermeiden Sie Schuldzuweisungen an den ehemaligen Arbeitgeber. Formulierungen wie „Die Stelle hat sich inhaltlich anders entwickelt als besprochen“ oder „Ich habe gemerkt, dass das Unternehmen nicht zu meinen Karrierezielen passt“ wirken professionell und nachvollziehbar. Was Arbeitgeber wirklich wissen möchten, ist, dass Sie reflektiert handeln und nicht aus Impulsivität.
Wie kann eine Personalberatung beim Jobwechsel in der Probezeit helfen?
Eine Personalberatung kann beim Jobwechsel in der Probezeit konkret helfen, indem sie Ihnen Zugang zu passenden Stellen verschafft, die oft nicht öffentlich ausgeschrieben sind, und Sie durch den gesamten Bewerbungsprozess begleitet. Gerade wenn Sie schnell wechseln möchten, ist eine erfahrene Beratung ein echter Vorteil.
Wir bei TOPSTEP unterstützen Fach- und Führungskräfte genau in solchen Situationen. Unsere kostenlose Karriereberatung für Professionals ist darauf ausgerichtet, nicht einfach irgendeinen Job zu finden, sondern den richtigen. Das bedeutet konkret:
- Ein persönliches Gespräch mit einem Career Manager, der Ihre Branche und Ihre Positionsart kennt
- Eine ehrliche Einschätzung, ob ein Wechsel in Ihrer Situation sinnvoll ist
- Zugang zu exklusiven Vakanzen, die auf Ihr Profil zugeschnitten sind
- Begleitung durch den gesamten Bewerbungsprozess, von der Vorbereitung bis zum Vertragsabschluss
- Unterstützung dabei, einen Probezeitwechsel im Lebenslauf und im Gespräch professionell zu kommunizieren
Und das alles ist für Sie als Kandidat:in vollständig kostenlos. Wenn Sie gerade in der Probezeit merken, dass der aktuelle Job nicht der richtige ist, sprechen Sie mit uns. Wir helfen Ihnen, den nächsten Schritt sicher und gut vorbereitet zu gehen.
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