Wann ist ein Jobwechsel während der Elternzeit sinnvoll?

Junge Mutter mit schlafendem Baby im Tragetuch prüft ihren Lebenslauf am Homeoffice-Schreibtisch im warmen Morgenlicht.

Die Elternzeit ist eine besondere Lebensphase, die viele Eltern auch beruflich neu nachdenken lässt. Manche merken, dass sie sich fachlich weiterentwickeln möchten. Andere stellen fest, dass ihr bisheriger Arbeitgeber nicht mehr zur neuen Lebenssituation passt. Ein Jobwechsel während der Elternzeit ist zwar möglich, bringt aber spezifische rechtliche und finanzielle Fragen mit sich, die Sie kennen sollten, bevor Sie den nächsten Schritt wagen.

Ist ein Jobwechsel während der Elternzeit überhaupt möglich?

Ja, ein Jobwechsel während der Elternzeit ist rechtlich möglich. Als Arbeitnehmer haben Sie das Recht, Ihr Arbeitsverhältnis auch während der Elternzeit zu kündigen und eine neue Stelle anzutreten. Der Sonderkündigungsschutz, den Sie als Elternteil genießen, schützt Sie vor einer Kündigung durch den Arbeitgeber, schränkt aber Ihr eigenes Kündigungsrecht nicht ein.

Wichtig zu wissen: Der Kündigungsschutz in der Elternzeit gilt nur in eine Richtung. Ihr Arbeitgeber darf Ihnen in dieser Zeit grundsätzlich nicht kündigen. Sie selbst können das Arbeitsverhältnis jedoch mit der vertraglich vereinbarten oder gesetzlichen Kündigungsfrist beenden. Die Kündigungsfrist berechnet sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit und ist im Arbeitsvertrag oder im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Alternativ können Sie mit Ihrem aktuellen Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag aushandeln, um schneller in eine neue Position wechseln zu können. Beachten Sie dabei jedoch die möglichen Auswirkungen auf das Elterngeld und eventuelle Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld.

Wann ist ein Jobwechsel während der Elternzeit sinnvoll?

Ein Jobwechsel während der Elternzeit ist besonders sinnvoll, wenn Sie bereits vor der Elternzeit mit Ihrer beruflichen Situation unzufrieden waren, ein konkretes Jobangebot vorliegt oder Ihre neue Lebenssituation andere Anforderungen an Arbeitszeiten, Flexibilität oder Unternehmenskultur stellt. Die Elternzeit kann ein idealer Zeitpunkt sein, um einen Neustart zu wagen.

Konkret lohnt sich die Überlegung in folgenden Situationen:

  • Sie haben ein attraktives Jobangebot erhalten, das Ihnen bessere Entwicklungsperspektiven, mehr Flexibilität oder ein höheres Gehalt bietet.
  • Ihr bisheriger Arbeitgeber bietet keine Möglichkeit zur Teilzeitarbeit oder mobilen Arbeit, die Sie nach der Elternzeit benötigen.
  • Sie möchten die Elternzeit nutzen, um sich beruflich neu zu orientieren und sich gezielt auf einen Wechsel vorzubereiten.
  • Die Unternehmenskultur Ihres bisherigen Arbeitgebers passt nicht mehr zu Ihren Werten und Ihrer neuen Lebenssituation.
  • Sie waren bereits vor der Elternzeit unzufrieden und sehen jetzt die Chance, diesen Schritt strukturiert anzugehen.

Die Elternzeit bietet Ihnen außerdem die Möglichkeit, Bewerbungen in Ruhe vorzubereiten, Netzwerke zu pflegen und Gespräche zu führen, ohne gleichzeitig den Anforderungen eines Vollzeitjobs gerecht werden zu müssen. Das kann den Prozess deutlich entspannter gestalten als einen Jobwechsel parallel zum laufenden Arbeitsverhältnis.

Welche Risiken birgt ein Jobwechsel in der Elternzeit?

Die größten Risiken eines Jobwechsels in der Elternzeit sind mögliche Auswirkungen auf das Elterngeld, eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld bei Eigenkündigung sowie der Verlust von Ansprüchen wie Betriebsrente oder Urlaubsabgeltung, die an die Betriebszugehörigkeit geknüpft sind.

Im Detail sollten Sie folgende Punkte im Blick behalten:

  • Sperrzeit beim Arbeitslosengeld: Kündigen Sie selbst oder schließen Sie einen Aufhebungsvertrag, droht nach § 159 SGB III eine Sperrzeit von bis zu zwölf Wochen. Eine Ausnahme gilt, wenn Sie nahtlos in ein neues Arbeitsverhältnis wechseln. In diesem Fall wird keine Sperrzeit verhängt, da Sie die Absicht hatten, unmittelbar eine neue Beschäftigung aufzunehmen.
  • Verlust interner Vorteile: Langjährige Betriebszugehörigkeit kann mit Sonderleistungen verbunden sein, die Sie bei einem Wechsel verlieren, etwa eine betriebliche Altersvorsorge oder Bonusansprüche.
  • Unsicherheit beim Elterngeld: Wenn Sie während der Elternzeit erwerbstätig werden, hat das Auswirkungen auf die Höhe des Elterngeldes. Hier gelten klare Einkommensgrenzen.
  • Probezeit im neuen Job: Im neuen Arbeitsverhältnis beginnt in der Regel eine Probezeit, in der Sie weniger Kündigungsschutz genießen als zuvor.

Die sicherste Variante ist ein direkter Jobwechsel mit einem bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag für die neue Stelle zum Zeitpunkt der Kündigung. So vermeiden Sie sowohl eine Lücke im Lebenslauf als auch eine mögliche Sperrzeit.

Wie beeinflusst ein neuer Job das Elterngeld?

Wenn Sie während der Elternzeit einen neuen Job annehmen und dabei Einkommen erzielen, wird dieses Einkommen auf das Elterngeld angerechnet. Das Elterngeld reduziert sich entsprechend Ihres neuen Verdienstes. Arbeiten Sie in der Elternzeit mehr als 32 Stunden pro Woche, verlieren Sie den Elterngeldanspruch für diesen Zeitraum vollständig.

Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) erlaubt es Eltern, während der Elternzeit bis zu 32 Stunden pro Woche zu arbeiten, ohne den Elterngeldanspruch zu verlieren. Verdienen Sie in dieser Zeit Geld, berechnet sich das Elterngeld aus der Differenz zwischen dem Einkommen vor der Geburt und dem aktuellen Einkommen. Je höher Ihr neues Gehalt, desto geringer fällt das Elterngeld aus.

Wichtig: Wenn Sie Ihren Job komplett wechseln und erst nach dem Ende der Elternzeit die neue Stelle antreten, hat das keinen Einfluss auf das Elterngeld für den bisherigen Elterngeldzeitraum. Problematisch wird es nur, wenn Sie während des laufenden Elterngeldbezugs aktiv Einkommen erzielen. Klären Sie Ihre individuelle Situation am besten vorab mit der zuständigen Elterngeldstelle, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.

Wie bewirbt man sich erfolgreich während der Elternzeit?

Eine erfolgreiche Bewerbung während der Elternzeit gelingt, wenn Sie die Elternzeit selbstbewusst im Lebenslauf benennen, Ihre Qualifikationen und Weiterbildungen in dieser Zeit hervorheben und den geplanten Wiedereinstieg klar kommunizieren. Arbeitgeber schätzen Transparenz und Planungssicherheit.

So gehen Sie konkret vor:

  1. Elternzeit offen benennen: Tragen Sie die Elternzeit als solche in Ihren Lebenslauf ein. Es ist keine Lücke, die Sie verstecken müssen, sondern eine legitime Lebensphase.
  2. Weiterbildungen sichtbar machen: Haben Sie in der Elternzeit Kurse besucht, Zertifikate erworben oder sich fachlich weiterentwickelt? Zeigen Sie das aktiv in Ihren Bewerbungsunterlagen.
  3. Verfügbarkeit klar kommunizieren: Teilen Sie potenziellen Arbeitgebern mit, ab wann Sie verfügbar sind und welche Arbeitszeitmodelle für Sie in Frage kommen.
  4. Netzwerk aktivieren: Nutzen Sie LinkedIn und berufliche Kontakte, um auf Ihre Jobsuche aufmerksam zu machen. Viele Stellen werden über persönliche Empfehlungen besetzt.
  5. Anschreiben individualisieren: Erklären Sie kurz und positiv, warum Sie jetzt den Wechsel anstreben und was Sie in die neue Rolle mitbringen.

Elternzeit bedeutet nicht, dass Sie beruflich stehen geblieben sind. Im Gegenteil: Organisationstalent, Belastbarkeit und Prioritätensetzung sind Kompetenzen, die Eltern in dieser Zeit täglich unter Beweis stellen und die in vielen Führungs- und Projektmanagementrollen sehr gefragt sind.

Wie unterstützt Topstep beim Jobwechsel in der Elternzeit?

Ein Jobwechsel während der Elternzeit stellt besondere Anforderungen: Der Zeitpunkt muss stimmen, das neue Unternehmen muss zur veränderten Lebenssituation passen, und der Bewerbungsprozess soll möglichst reibungslos verlaufen. Genau hier kommen wir ins Spiel.

Bei Topstep begleiten wir Fach- und Führungskräfte durch den gesamten Bewerbungsprozess, vollständig kostenlos und auf Augenhöhe. Unsere Career Manager sind doppelt spezialisiert: auf eine bestimmte Branche und auf eine konkrete Positionsart. Das bedeutet, Sie sprechen mit jemandem, der Ihren Bereich wirklich kennt und Ihnen gezielt helfen kann.

Was wir konkret für Sie tun:

  • Wir analysieren gemeinsam mit Ihnen, welche Stelle fachlich und persönlich zu Ihrer aktuellen Lebenssituation passt.
  • Wir bereiten Sie auf Vorstellungsgespräche vor und geben Ihnen ehrliches, konstruktives Feedback.
  • Wir begleiten Sie durch den gesamten Auswahlprozess, von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Vertragsunterzeichnung.
  • Wir vermitteln deutschlandweit in Branchen wie IT, Automotive, Investitionsgüter, Konsumgüter, Handel und Dienstleistungen.
  • Wir achten nicht nur auf fachliche Qualifikation, sondern auch auf kulturelle Passung und echte Entwicklungsperspektiven.

Wenn Sie überlegen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Jobwechsel ist, sprechen Sie uns einfach an. Ein Beratungsgespräch kostet Sie nichts und schafft Klarheit darüber, welche Möglichkeiten gerade für Sie offen stehen.

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