Was verdienen Steuerfachangestellte direkt nach der Ausbildung?

Junge Berufsfrau im Blazer prüft Dokumente an modernem Schreibtisch mit sortierten Ordnern im hellen Büro.

Direkt nach der Ausbildung verdienen Steuerfachangestellte in Deutschland in der Regel zwischen 2.000 und 2.800 Euro brutto im Monat, also etwa 24.000 bis 34.000 Euro im Jahr. Die genaue Höhe hängt stark von der Region, der Kanzleigröße und davon ab, ob ein Tarifvertrag gilt. Die folgenden Abschnitte beleuchten die wichtigsten Fragen rund um das Einstiegsgehalt und die Gehaltsentwicklung in den ersten Berufsjahren.

Wie viel verdienen Steuerfachangestellte im ersten Berufsjahr?

Im ersten Jahr nach der Ausbildung liegt das Gehalt für Steuerfachangestellte in Deutschland typischerweise zwischen 2.000 und 2.800 Euro brutto pro Monat. In wirtschaftsstarken Regionen wie Bayern, Baden-Württemberg oder Hamburg können es auch 3.000 Euro oder mehr sein, während in Teilen Ostdeutschlands eher 1.800 bis 2.200 Euro üblich sind.

Verglichen mit der Ausbildungsvergütung, die je nach Bundesland und Ausbildungsjahr zwischen rund 1.055 und 1.350 Euro monatlich liegt, ist der Sprung ins erste Berufsjahr spürbar. Viele Berufseinsteiger erleben diesen Gehaltsanstieg als motivierend, auch wenn das Niveau im bundesweiten Vergleich noch moderat ausfällt.

Wichtig zu wissen: Das Einstiegsgehalt ist kein fester Wert. Wer aktiv verhandelt, eine überdurchschnittliche Abschlussnote vorweisen kann oder bereits während der Ausbildung Zusatzaufgaben übernommen hat, startet oft besser. Das Gehalt als Berufseinsteiger in der Steuerbranche ist ein Ausgangspunkt, kein Deckel.

Welche Faktoren beeinflussen das Einstiegsgehalt?

Das Einstiegsgehalt von Steuerfachangestellten nach der Ausbildung wird vor allem durch fünf Faktoren geprägt: die Region, die Kanzleigröße, das Vorhandensein eines Tarifvertrags, die eigene Abschlussnote und das Verhandlungsgeschick beim Berufseinstieg. Keiner dieser Faktoren steht allein, aber zusammen bestimmen sie den Rahmen erheblich.

Region und Lebenshaltungskosten

Der Standort der Kanzlei hat einen großen Einfluss auf das Gehalt. Spitzenreiter sind regelmäßig München, Frankfurt am Main, Hamburg und Städte in Baden-Württemberg, wo Jahresgehälter von 40.000 bis über 50.000 Euro brutto keine Ausnahme sind. Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein liegen meist im oberen Mittelfeld, während Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und weitere ostdeutsche Bundesländer im Schnitt niedrigere Werte zeigen. Wer in einer Großstadt mit hohen Mietpreisen arbeitet, sollte die Lebenshaltungskosten bei der Bewertung des Gehalts immer mitdenken.

Kanzleigröße und Mandantenstruktur

Große Kanzleien und solche mit komplexen Mandanten, etwa international tätigen Unternehmen, zahlen in der Regel mehr als kleine Einzelkanzleien. Das liegt nicht nur am Budget, sondern auch daran, dass die Aufgaben dort anspruchsvoller sind und mehr Fachwissen erfordern. Gleichzeitig bieten kleine Kanzleien oft mehr Eigenverantwortung und Abwechslung, was langfristig wertvoll für die Karriere sein kann.

Was ist der Unterschied zwischen Tarif- und außertariflichem Gehalt?

Ein Tarifgehalt orientiert sich an einem ausgehandelten Tarifvertrag, der Mindestgehälter für bestimmte Berufsgruppen und Erfahrungsstufen festlegt. Ein außertarifliches Gehalt wird dagegen individuell zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbart, oft ohne feste Untergrenze nach oben. Für Steuerfachangestellte kann dieser Unterschied je nach Kanzlei mehrere hundert Euro monatlich ausmachen.

In der Steuerberatungsbranche gibt es keinen flächendeckenden Tarifvertrag, der bundesweit gilt. Manche Kammerbezirke oder Arbeitgeberverbände haben Empfehlungen herausgegeben, aber diese sind rechtlich nicht bindend. Das bedeutet: Viele Steuerfachangestellte werden faktisch außertariflich bezahlt, auch wenn das nicht immer so kommuniziert wird.

Für Berufseinsteiger hat das eine praktische Konsequenz: Das Gehalt ist verhandelbar. Wer sich im Vorfeld über regionale Durchschnittswerte informiert und das Gespräch gut vorbereitet, kann mehr herausholen als jemand, der das erste Angebot ohne Gegenfrage annimmt. Informieren Sie sich vorab über die üblichen Gehälter für Ihre Position und Region, damit Ihre Forderung realistisch und gut begründet ist.

Wie entwickelt sich das Gehalt in den ersten Jahren?

Das Gehalt von Steuerfachangestellten steigt in den ersten Berufsjahren in der Regel kontinuierlich, sofern Berufserfahrung, Verantwortung und Weiterbildung zunehmen. Nach drei bis fünf Jahren sind Jahresgehälter von 33.000 bis 40.000 Euro brutto in vielen Regionen realistisch, in wirtschaftsstarken Städten auch deutlich mehr.

Besonders wirksam für die Gehaltsentwicklung sind Fortbildungen. Wer nach mindestens drei Jahren Berufspraxis die Prüfung zum Steuerfachwirt oder Bilanzbuchhalter ablegt, kann in der Kanzlei mehr Verantwortung übernehmen, größere und komplexere Mandate betreuen und als fachlicher Ansprechpartner oder Teamleiter auftreten. Diese Qualifikationen werden in der Regel auch finanziell anerkannt.

Darüber hinaus spielen folgende Punkte eine Rolle für die Gehaltsentwicklung:

  • Übernahme der Mandatsführung: Wer eigenständig Mandanten betreut, wird häufig besser vergütet als jemand, der ausschließlich unterstützend tätig ist.
  • Vollzeit statt Teilzeit: Das klingt selbstverständlich, ist aber relevant, weil viele Steuerfachangestellte im Laufe der Zeit ihre Stunden reduzieren und das Gehalt entsprechend sinkt.
  • Zusatzleistungen: Bonus, Weiterbildungsbudget, Fahrkostenzuschuss oder flexible Arbeitszeiten sind Teil des Gesamtpakets und sollten bei Gehaltsvergleichen mitberücksichtigt werden.

Lohnt es sich, die Kanzlei nach der Ausbildung zu wechseln?

Ein Kanzleiwechsel nach der Ausbildung kann sich finanziell lohnen, ist aber keine Garantie für ein besseres Gehalt. Viele Steuerfachangestellte stellen fest, dass ein Wechsel zu einer anderen Kanzlei kurzfristig ein höheres Einstiegsgehalt bringt, während die bisherige Kanzlei Treue nicht immer belohnt. Ob ein Wechsel sinnvoll ist, hängt von mehreren Faktoren ab.

Für einen Wechsel spricht, wenn das aktuelle Gehalt deutlich unter dem regionalen Durchschnitt liegt, wenn keine Entwicklungsmöglichkeiten erkennbar sind oder wenn die Kanzleikultur nicht zur eigenen Arbeitsweise passt. Gegen einen schnellen Wechsel spricht, wenn die aktuelle Kanzlei Weiterbildungen finanziert, Aufstiegschancen bietet oder ein besonders angenehmes Arbeitsumfeld hat, das schwer zu ersetzen ist.

Bevor Sie einen Wechsel in Betracht ziehen, lohnt sich ein offenes Gehaltsgespräch in der aktuellen Kanzlei. Bereiten Sie sich gut vor: Klären Sie Ihre Ziele, kennen Sie Ihren Marktwert und benennen Sie konkret, was Sie geleistet haben. Schreiben Sie mögliche Einwände des Steuerberaters oder Kanzleipartners im Voraus auf und überlegen Sie, wie Sie diese entkräften können. Dieses Vorgehen stärkt Ihre Verhandlungsposition und zeigt, dass Sie Ihren eigenen Wert kennen.

Wenn ein Wechsel die richtige Entscheidung ist, sollten Sie sich nicht nur am Gehalt orientieren. Mandantenstruktur, Kanzleigröße, Weiterbildungsangebote und die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, sind langfristig mindestens genauso relevant für Ihre Karriere wie das monatliche Bruttogehalt.

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