Was gehört in ein Anschreiben?
Ein Anschreiben enthält Ihre Kontaktdaten, eine direkte Anrede, einen überzeugenden Einleitungssatz, einen Hauptteil mit Ihren relevanten Qualifikationen und Ihrer Motivation sowie einen abschließenden Handlungsaufruf mit Ihrer Unterschrift. Diese Struktur gilt für klassische Bewerbungsschreiben in Deutschland und ist 2026 nach wie vor der anerkannte Standard. Die folgenden Abschnitte beantworten die häufigsten Fragen rund um das Anschreiben kompakt und praxisnah.
Welche Bestandteile muss ein Anschreiben enthalten?
Ein vollständiges Anschreiben besteht aus Absenderangaben, Empfängerdaten, Datum, Betreffzeile, Anrede, Einleitung, Hauptteil, Schlussabsatz und Unterschrift. Diese Elemente bilden den formalen Rahmen, den Personalverantwortliche erwarten und der Ihrem Schreiben Struktur und Professionalität verleiht.
Im Einzelnen gehören folgende Bestandteile in ein Anschreiben:
- Absenderblock: Ihr vollständiger Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse
- Empfängerblock: Name der Ansprechperson, Unternehmensname und Adresse
- Datum: rechtsbündig oder linksbündig, je nach Format
- Betreffzeile: Bezeichnung der Stelle und ggf. Referenznummer
- Persönliche Anrede: idealerweise mit dem Namen der zuständigen Person
- Einleitungssatz: Ihr Einstieg, der sofort Interesse weckt
- Hauptteil: Ihre Qualifikationen, Erfahrungen und Motivation
- Schlussabsatz: Ihr Wunsch nach einem Gespräch und ein freundlicher Abschluss
- Unterschrift: handschriftlich oder digital, je nach Einreichungsweg
Wer sich digital bewirbt, kann auf die handschriftliche Unterschrift verzichten. Wichtig ist, dass alle Angaben korrekt und aktuell sind, denn schon ein falscher Name in der Anrede hinterlässt einen negativen ersten Eindruck.
Wie lang sollte ein Anschreiben sein?
Ein Anschreiben sollte genau eine DIN-A4-Seite umfassen, also rund 250 bis 400 Wörter. Mehr Länge bedeutet nicht mehr Überzeugungskraft. Personalverantwortliche lesen täglich viele Bewerbungen und schätzen Bewerberinnen und Bewerber, die sich klar und prägnant ausdrücken können.
Halten Sie sich an folgende Richtwerte:
- Drei bis vier Absätze reichen in den meisten Fällen völlig aus
- Schriftgröße 11 oder 12 Punkt, Zeilenabstand 1,15 bis 1,5
- Ränder von mindestens 2,5 cm sorgen für eine angenehme Lesbarkeit
Wer deutlich unter einer Seite bleibt, wirkt wenig motiviert. Wer über eine Seite hinausgeht, riskiert, dass wichtige Aussagen gar nicht gelesen werden. Die Kunst liegt darin, auf begrenztem Raum das Wesentliche zu sagen.
Was gehört in den Einleitungssatz eines Anschreibens?
Der Einleitungssatz eines Anschreibens sollte sofort Ihre Motivation oder Ihren stärksten Bezug zur Stelle deutlich machen. Er ersetzt den abgenutzten Klassiker „Hiermit bewerbe ich mich…“ und zeigt stattdessen, warum genau Sie und genau dieses Unternehmen zusammenpassen.
Ein guter Einleitungssatz erfüllt mindestens eine dieser Funktionen:
- Er benennt eine konkrete Leistung oder Erfahrung, die direkt zur Stelle passt
- Er zeigt, dass Sie das Unternehmen kennen und sich bewusst beworben haben
- Er weckt Neugier, ohne reißerisch zu klingen
Beispiel: „Seit fünf Jahren entwickle ich Softwarelösungen für mittelständische Unternehmen und möchte dieses Know-how nun in einem innovativen Produktteam wie Ihrem einbringen.“ Dieser Satz ist konkret, persönlich und auf die Stelle ausgerichtet. Formulierungen wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen“ sind hingegen austauschbar und verschwenden wertvolle Aufmerksamkeit.
Was sollte im Hauptteil des Anschreibens stehen?
Im Hauptteil des Anschreibens erklären Sie, warum Sie fachlich und persönlich zur ausgeschriebenen Stelle passen. Dieser Abschnitt verbindet Ihre konkreten Erfahrungen mit den Anforderungen aus der Stellenanzeige und zeigt, welchen Mehrwert Sie dem Unternehmen bieten.
Strukturieren Sie den Hauptteil in zwei inhaltliche Schwerpunkte:
Ihre Qualifikationen und Erfahrungen
Greifen Sie gezielt zwei bis drei Anforderungen aus der Stellenanzeige auf und belegen Sie diese mit konkreten Beispielen aus Ihrer bisherigen Berufspraxis. Zahlen, Projekte oder messbare Ergebnisse machen Ihre Aussagen glaubwürdig. Wiederholen Sie dabei nicht einfach Ihren Lebenslauf, sondern ergänzen Sie ihn mit Kontext und Bedeutung.
Ihre Motivation für das Unternehmen
Zeigen Sie, dass Sie sich mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Was reizt Sie an der Stelle, der Branche oder dem Unternehmen selbst? Personalverantwortliche merken sofort, ob ein Anschreiben generisch ist oder wirklich auf ihre Organisation zugeschnitten wurde. Ein Satz zur Unternehmenskultur, zu einem Produkt oder zu einer strategischen Ausrichtung zeigt echtes Interesse.
Welche Fehler machen Bewerber im Anschreiben am häufigsten?
Die häufigsten Fehler im Anschreiben sind fehlende Individualisierung, Floskeln statt konkreter Aussagen, Wiederholungen aus dem Lebenslauf und formale Mängel wie falsche Anreden oder Tippfehler. Diese Fehler kosten Bewerberinnen und Bewerber oft die Einladung zum Vorstellungsgespräch, obwohl ihre Qualifikationen eigentlich passen würden.
Hier sind die häufigsten Fehler im Überblick:
- Standardfloskeln: Phrasen wie „Ich bin teamfähig und flexibel“ sagen nichts aus, was nicht jeder behauptet
- Kein Bezug zur Stelle: Ein generisches Anschreiben, das für jede Bewerbung identisch ist, wirkt desinteressiert
- Lebenslauf wiederholen: Der Hauptteil soll ergänzen, nicht zusammenfassen, was ohnehin im Lebenslauf steht
- Falsche Anrede: „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist ein Zeichen dafür, dass Sie nicht recherchiert haben
- Rechtschreib- und Grammatikfehler: Sorgfalt im Anschreiben signalisiert Sorgfalt im Job
- Zu langer Text: Mehr als eine Seite signalisiert mangelnde Fähigkeit zur Selbstbeschränkung
Lassen Sie Ihr Anschreiben vor dem Absenden von einer anderen Person gegenlesen. Frische Augen entdecken Fehler, die man nach mehrmaligem Lesen selbst nicht mehr wahrnimmt.
Braucht man heute überhaupt noch ein Anschreiben?
Ja, ein Anschreiben ist 2026 in vielen Branchen und bei vielen Unternehmen weiterhin gefragt und sinnvoll. Zwar verzichten manche Arbeitgeber inzwischen darauf, doch für Führungskräfte und Fachkräfte in anspruchsvollen Positionen bleibt das Anschreiben ein wichtiges Instrument, um Persönlichkeit und Motivation zu transportieren.
Die Realität ist differenziert: Große Konzerne mit standardisierten Online-Bewerbungsportalen fragen das Anschreiben häufig nicht mehr ab. Mittelständische Unternehmen und spezialisierte Arbeitgeber hingegen legen nach wie vor Wert darauf. Im Zweifelsfall gilt: Wenn eine Stelle kein Anschreiben verlangt, können Sie eines beifügen, um sich positiv abzuheben. Wenn es verlangt wird, sollten Sie es ernst nehmen und individuell gestalten.
Ein gut geschriebenes Anschreiben bleibt Ihre Chance, das zu sagen, was ein Lebenslauf nicht kann: warum Sie diese Stelle wollen und was Sie als Person ausmacht.
Wie TOPSTEP bei Ihrer Bewerbung unterstützt
Ein überzeugendes Anschreiben zu formulieren ist oft leichter gesagt als getan. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Bewerbungsunterlagen so aufzustellen, dass sie wirklich ankommen.
- Kostenlose Begleitung durch den gesamten Bewerbungsprozess: Von der ersten Bedarfsanalyse bis zum Vertragsabschluss stehen wir an Ihrer Seite, ohne versteckte Kosten.
- Individuelle Vorbereitung durch branchenspezialisierte Career Manager: Unsere Beraterinnen und Berater kennen die Erwartungen der Unternehmen in Ihrer Branche genau und geben Ihnen konkretes Feedback zu Ihren Unterlagen.
- Professioneller Lebenslaufgenerator: Mit dem Tool von TOPSTEP gestalten Sie Ihren Lebenslauf individuell und professionell, passend zu Ihrer Zielposition.
- Insider-Wissen zu Unternehmen: Wir bereiten Sie gezielt auf Vorstellungsgespräche vor und teilen, was wir über Unternehmenskultur, Prozesse und Erwartungen wissen.
Wenn Sie gerade an Ihrer Bewerbung arbeiten oder sich fragen, ob ein Stellenwechsel der richtige Schritt ist, nehmen Sie gern Kontakt auf. Wir schauen gemeinsam, was der nächste sinnvolle Schritt für Sie ist.
Ähnliche Artikel
- Wie schreibt man ein überzeugendes Bewerbungsschreiben?
- Muss ich die Fortbildungskosten zurückzahlen, wenn ich den Arbeitgeber wechsle?
- Wie verhalte ich mich in der Kündigungsphase professionell?
- Wie wirkt sich ein häufiger Jobwechsel auf den Lebenslauf aus?
- Checkliste Jobwechsel: Diese 8 Punkte solltest du vor der Kündigung klären