Wie verhalte ich mich in der Kündigungsphase professionell?
Ein neuer Job wartet, der Vertrag ist unterschrieben, und jetzt beginnt die Kündigungsphase. Für viele ist dieser Zeitraum zwischen Kündigung und letztem Arbeitstag eine emotionale Achterbahnfahrt: Vorfreude auf das Neue, vielleicht etwas Wehmut und die Frage, wie man sich jetzt am besten verhält. Dabei ist die Kündigungsphase eine der wichtigsten Phasen Ihrer gesamten Berufsbiografie.
Wie Sie diese Zeit gestalten, beeinflusst Ihren Ruf, Ihre Referenzen und Ihre beruflichen Netzwerke langfristig. Mit den richtigen Tipps für die Kündigungsphase verlassen Sie Ihren Arbeitgeber professionell und starten Ihren nächsten Karriereschritt mit dem bestmöglichen Fundament.
Was bedeutet die Kündigungsphase für Arbeitnehmer?
Die Kündigungsphase bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Einreichen oder Erhalten der Kündigung und dem letzten offiziellen Arbeitstag. Sie umfasst die vertraglich vereinbarte Kündigungsfrist und beinhaltet Aufgaben wie die Übergabe von Projekten, die Einarbeitung von Nachfolgern und den formellen Abschluss laufender Tätigkeiten.
Für Arbeitnehmer ist diese Phase oft vielschichtig. Einerseits sind Sie rechtlich noch vollständig an Ihren Arbeitgeber gebunden und müssen Ihre Leistung erbringen. Andererseits liegt Ihr Fokus bereits auf dem nächsten Schritt. Diese Spannung ist normal und lässt sich mit der richtigen Haltung gut managen. Wichtig ist: Die Kündigungsphase ist kein Niemandsland, sondern ein aktiver Teil Ihrer Berufsgeschichte.
Warum ist professionelles Verhalten in der Kündigungsphase so wichtig?
Professionelles Verhalten nach der Kündigung ist wichtig, weil Ihr Ruf in der Branche davon abhängt. Kollegen, Vorgesetzte und Geschäftspartner erinnern sich an Ihren Abgang. Ein positiver letzter Eindruck sichert gute Referenzen, erhält wertvolle Netzwerkkontakte und schließt die Tür für eine mögliche zukünftige Zusammenarbeit nicht.
Die Arbeitswelt ist kleiner, als sie wirkt. Branchen, Netzwerke und Karrierepfade überschneiden sich häufig. Wer heute als Kollege verabschiedet wird, kann morgen Auftraggeber, Geschäftspartner oder sogar zukünftiger Vorgesetzter sein. Ein professioneller Abgang beim Arbeitgeber ist daher keine Frage der Höflichkeit allein, sondern eine kluge Investition in Ihre Karriere.
Außerdem beeinflusst Ihr Verhalten direkt das Arbeitszeugnis, das Sie erhalten. Arbeitgeber sind zwar zur Ausstellung eines wohlwollenden Zeugnisses verpflichtet, doch Engagement und Haltung in der Kündigungsphase können den Ton und Inhalt des Zeugnisses spürbar beeinflussen.
Wie kommuniziere ich meine Kündigung gegenüber Kollegen richtig?
Teilen Sie Ihre Kündigung erst dann Kollegen mit, wenn Sie dies mit Ihrer Führungskraft abgesprochen haben. Informieren Sie zunächst Ihre direkten Vorgesetzten, dann enge Teamkollegen persönlich, und lassen Sie den Rest des Teams auf offiziellem Weg informieren. Bleiben Sie dabei sachlich, wertschätzend und positiv.
Was Sie sagen sollten und was besser nicht
Konzentrieren Sie sich in Gesprächen auf den nächsten Schritt, nicht auf Kritik am aktuellen Arbeitgeber. Sätze wie „Ich freue mich auf eine neue Herausforderung“ oder „Ich bin dankbar für alles, was ich hier gelernt habe“ hinterlassen einen guten Eindruck. Beschwerden über das Unternehmen, das Management oder Kollegen dagegen wirken unprofessionell und können sich schnell herumsprechen.
Auch in sozialen Netzwerken wie LinkedIn gilt Vorsicht. Ein wertschätzender Abschiedspost ist in Ordnung, negative Kommentare über den alten Arbeitgeber sind es nie.
Welche Fehler sollte man in der Kündigungsphase unbedingt vermeiden?
Die häufigsten Fehler in der Kündigungsphase sind: innerlich zu kündigen und die Leistung zu reduzieren, Kollegen mit negativen Kommentaren zu belasten, wichtige Informationen nicht weiterzugeben und Übergaben zu vernachlässigen. Diese Fehler schaden Ihrem Ruf und können sogar rechtliche Konsequenzen haben.
Konkret sollten Sie folgende Verhaltensweisen vermeiden:
- Dienst nach Vorschrift oder bewusstes Unterschreiten der eigenen Leistung
- Lästern über Kollegen, Vorgesetzte oder das Unternehmen
- Wichtige Dokumente, Zugangsdaten oder Wissen zurückhalten
- Frühzeitiges Fernbleiben ohne Absprache
- In sozialen Medien negativ über den Arbeitgeber posten
- Kollegen aktiv abwerben oder für den neuen Arbeitgeber rekrutieren
Besonders der Punkt mit der Leistung ist relevant: Viele denken, es lohne sich nicht mehr, sich anzustrengen. Doch gerade in der Kündigungsphase beobachten Vorgesetzte und Kollegen Ihr Verhalten besonders genau. Wer bis zum letzten Tag engagiert bleibt, verlässt das Unternehmen mit dem bestmöglichen Eindruck.
Wie gestalte ich die Übergabe meiner Aufgaben professionell?
Eine professionelle Aufgabenübergabe beginnt frühzeitig, ist strukturiert dokumentiert und beinhaltet die aktive Einarbeitung der Nachfolger. Erstellen Sie eine schriftliche Übergabedokumentation mit laufenden Projekten, wichtigen Kontakten, offenen Aufgaben und relevanten Hintergrundinformationen. Stimmen Sie den Zeitplan mit Ihrer Führungskraft ab.
So strukturieren Sie Ihre Übergabe
Eine gute Übergabe besteht aus mehreren Elementen:
- Bestandsaufnahme: Welche Projekte, Aufgaben und Verantwortlichkeiten liegen aktuell bei Ihnen?
- Dokumentation: Halten Sie Prozesse, Ansprechpartner und den Status aller laufenden Aufgaben schriftlich fest.
- Übergabegespräche: Führen Sie persönliche Gespräche mit Kollegen und Nachfolgern, um Wissen aktiv zu transferieren.
- Priorisierung: Klären Sie mit Ihrer Führungskraft, welche Aufgaben bis zu Ihrem letzten Tag abgeschlossen sein müssen.
Wer seine Übergabe sorgfältig gestaltet, zeigt Verantwortungsbewusstsein und Respekt gegenüber dem Team. Das bleibt in Erinnerung und zahlt direkt auf Ihr professionelles Ansehen ein.
Wie nutze ich die Kündigungsphase für meinen nächsten Karriereschritt?
Die Kündigungsphase lässt sich aktiv für die eigene Karriere nutzen: Pflegen Sie Ihr berufliches Netzwerk, holen Sie LinkedIn-Empfehlungen ein, aktualisieren Sie Ihren Lebenslauf und reflektieren Sie, was Sie aus dieser Station mitnehmen. Diese Zeit ist ideal, um sich bewusst auf den nächsten Schritt vorzubereiten.
Bitten Sie Kollegen und Vorgesetzte, die Sie schätzen, um eine Empfehlung auf LinkedIn oder eine Referenz für zukünftige Bewerbungen. Das gelingt am natürlichsten, solange Sie noch im Unternehmen sind. Auch ein offenes Abschlussgespräch mit Ihrer Führungskraft kann wertvolles Feedback liefern, das Sie für Ihre weitere Entwicklung nutzen können.
Nutzen Sie außerdem die Ruhe vor dem Sturm: Bevor der neue Job mit all seinen Anforderungen beginnt, haben Sie jetzt die Möglichkeit, sich klarzumachen, was Sie im nächsten Job anders oder besser machen möchten. Wer diese Phase bewusst gestaltet, startet mit mehr Klarheit und Energie in die neue Rolle.
Wie wir Sie beim professionellen Abgang und Karriereschritt unterstützen
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